Arbeit auf dem Land – New Work, Coworking und Co: wie passt die zunehmende Lust aufs Land in unsere neue Arbeitswelt?

Arbeiten irgendwo im Nirgendwo? Das mag für viele nur wenig attraktiv klingen. Dennoch gibt es immer mehr Menschen, die sich für ein Leben auf dem Land begeistern können. Wie es dort in puncto Arbeitswelt aussieht, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Die neue Lust aufs Land

Insbesondere junge Leute zieht es nach der Schule für Ausbildung und Studium zunächst in die großen Städte. Nicht nur die kulturellen Angebote und das schnelle Leben, sondern auch die beruflichen Chancen scheinen hier besonders verlockend. Ab einem gewissen Lebenszeitpunkt wandeln sich diese Ansprüche jedoch. Potenzielle Kinder sollen in der Natur aufwachsen, Eigentum erwerben scheint in der Großstadt nahezu unmöglich, die Anonymität, der Lärm und wenig Grün – viele sehnen sich nach mehr Ruhe und Natur, wollen mehr zu sich selbst finden als Clubs unsicher zu machen und kehren dann zurück oder suchen sich einen neuen Ort abseits der Metropolen. Insbesondere die sogenannten “Speckgürtel”, das Umland großer Städte, sind sehr attraktiv und dementsprechend teuer. Echte Provinzen finden daher auch immer mehr Zuspruch. Die Corona-Pandemie sowie steigende Mieten haben die Lust aufs Land zu ziehen zusätzlich verstärkt. Dort gibt es die ersehnte Freiheit, welche die Stadt so nicht zu bieten scheint. Diese Freiheit wäre ohne die Digitalisierung allerdings so nicht möglich. Insbesondere die Zeit des Lockdowns zeigte uns jedoch, dass das ortsunabhängige Arbeiten möglich und sogar vorteilhaft ist. Flexible Arbeitsformen eröffnen ganz neue Möglichkeiten, was die Wohnraumsuche von Angestellten betrifft.

 

Nach der Stadtflucht, das Erwachen?

Klar ist, New Work und Co. sind noch nicht bis in alle Orte durchgedrungen. In einem 1000-Seelen-Dorf findet sich daher in der Regel kein Coworking Platz, keine zu mietenden Besprechungsräume und manche mittelständische Führungskräfte haben von Open Space Offices vermutlich noch nie etwas gehört. Mobiles Arbeiten findet daher meist nur aus dem Homeoffice statt. Oft mit mehr Platzangebot, aber eben immer noch in den eigenen vier Wänden. Um den Kopf mit neuen Ideen anzureichern und kreativ zu arbeiten bietet sich dann in der Regel ein Ortswechsel ins Café oder die Bibliothek an. Diese Orte gibt es auch im ländlichen Raum und stellen ebenfalls gute Möglichkeiten des hybriden Arbeitens dar, wenn auch der Coworking Space sicher die professionellste ist. 

Wie sieht es um die Zukunft der Arbeit auf dem Land aus? Stellenangebote und Co.

Der Fachkräftemangel betrifft die ländlichen Regionen massiv, da es hier im Gegensatz zu Städten an High Potentials fehlt. Umso besser für Nachwuchsführungskräfte. Im Gegenteil zu Großstädten gibt es auf dem Land weniger Konkurrenz entlang der Karriereleiter. Besonders gesucht sind in der Regel Ärzt:innen, IT-Kräfte, aber auch zahlreiche Positionen in der Wirtschaft. Vergessen darf man aber auch nicht, dass tatsächlich auch viele Top-Arbeitgeber:innen ihren Sitz auf dem Land haben. So hat Adidas seinen Hauptsitz beispielsweise in Herzogenaurach oder SAP in Walldorf. Um die fehlenden kulturellen Angebote oder weitere städtische Annehmlichkeiten auf dem Land auszugleichen, bieten viele Firmen ihren Mitarbeitenden besondere Benefits. Das kann ein Firmenwagen, ein kostenloses Mittagessen, die firmeneigene Kita, eine Fitnessclub-Mitgliedschaft und so weiter sein.

 

Die neue Art zu arbeiten und die Vereinbarkeit mit dem Leben außerhalb der Metropolen

Auch auf dem Land hat Corona die Digitalisierung und den Trend zum flexiblen, dezentralen Arbeiten angeschoben. Das Homeoffice ist hier längst etabliert und je nach Unternehmen auch noch immer in den Arbeitsalltag integriert. Darüber hinaus gibt es auch in ländlichen Regionen immer stärkere Tendenzen in Richtung New Work. Eine Ausprägung wie in Frankfurt oder Berlin darf man natürlich nicht erwarten, dennoch sind Coworking Spaces mitten in Brandenburg kein Einzelfall mehr. Die Voraussetzung neu zu denken und somit auch einen innovativen Arbeitsalltag zu bieten, geht jedoch damit einher, dass Kommunen mutig sind und eben auch in die nötigen Infrastrukturen für Coworking und Co. investieren. Ebenso müssen Führungspersonen zukunftsorientiert agieren und für einen langfristigen Wandel im Unternehmen auf den Zug von New Work und Digitalisierung aufspringen. Ein klares Muss neben all dem ist natürlich ein stabiler Netzausbau.

Das Land denkt zunehmend innovativ. Noch kann man flächendeckend keine Begegnungsräume und mobile Arbeitsplätze erwarten, doch der Megatrend New Work wird auch vor der Provinz nicht Halt machen. Schon jetzt bieten ländliche Regionen viele Gestaltungs- und Freiräume, nicht nur in puncto Fläche, sondern auch im Hinblick auf die Summe an Ideen und Möglichkeiten. Nur einer muss von den Innovationen der Arbeitswelt noch überzeugt werden und das ist der Mittelstand. Zwar bemerkt man in einigen Unternehmen bereits ein Umdenken und kann den Mut neue Wege für eine funktionierende Arbeitswelt zu gehen beobachten, doch zum Großteil herrschen hinsichtlich der Arbeitsorganisation in mittelständischen Unternehmen noch konservative Denkmuster. Auch hier gilt es, im Sinne der Belegschaft, aber auch im Hinblick auf einen effizienteren Output, allmählich umzudenken und sich den Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 zu stellen. 

 

New Work auf dem Land?

Das Land bietet vielen Arbeitnehmer:innen etliche Annehmlichkeiten und doch gibt es im Hinblick auf New Work im Gegensatz zu den Metropolen noch einiges aufzuholen. Mit einem Umdenken hinsichtlich der Unternehmenskultur und einigen Entwicklungen in der Arbeitsorganisation von ländlichen Unternehmen kann das Landleben für viele aber auch die neue Freiheit bedeuten.

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