Gesundheit am Arbeitsplatz

Stundenlanges Sitzen, knappe Deadlines, Lärm und unbequeme Stühle… Das Büro kann uns manchmal ganz schön zusetzen. Dabei muss das nicht so sein! Was Sie tun können, um die Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern, was Gesundheit im Büro überhaupt bedeutet sowie Tipps für einen gesunden Rücken, wache Augen und eine ausgeglichene Seele gibt es in unserem neuen Blogbeitrag.

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Gesundheit am Arbeitsplatz – Was bedeutet das?

Gesundheit am Arbeitsplatz gliedert sich laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) und IAO (Internationale Arbeitsorganisation) in die Erhaltung und Förderung der Gesundheit der Arbeitnehmer:innen, um unter anderem auch deren Arbeitsfähigkeit zu sichern. Des Weiteren ist damit die Verbesserung der Arbeitsumgebung gemeint. Räumlichkeiten müssen optimal gestaltet sein und die Arbeit muss stets die geforderte Sicherheit und Gesundheit des oder der Arbeitenden gewährleisten. Weiterhin zählen die Organisationen auch die Betriebskultur dazu, welche ebenfalls zur Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz beitragen soll.

 

Unterscheiden zwischen physischer und psychischer Gesundheit

Körper und Geist müssen gesund sein, um volle Leistung im Job erbringen zu können. Zum besseren Verständnis für die Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen, ist es wichtig, zwischen physischer und psychischer Gesundheit zu unterscheiden.

Nicht immer ist es nur der Rücken

Arbeit im Büro kann nämlich nicht nur zu Nacken,- Rückenschmerzen und Co. führen, sondern auch Depressionen, Burn-out oder Angststörungen fördern. Der Job kann bei der Entstehung psychischer Erkrankungen durchaus eine Rolle spielen, umso wichtiger ist es, dass die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber sich dessen bewusst ist und demnach auch um die psychische Gesundheit der Belegschaft bemüht.

Wenn unser Berufsleben auch nicht den alleinigen Auslöser psychischer Erkrankungen ausmacht, so begünstigt unsere Art zu Arbeiten die Entstehung von psychischen Problemen und Erkrankungen oftmals. Insbesondere emotional belastende oder hochstressige Jobs sowie stark arbeits- oder zeitintensive Tätigkeiten tragen zu Problematiken bei. Auch die sozialen Beziehungen am Arbeitsplatz, so auch das Verhältnis zur Führungsetage, spielen hier mit rein. Zuletzt wird auch der Gestaltung der Arbeitsumgebung (Lärm, etc.) eine Rolle zugewiesen. Aktuell sind weiterhin die durch Corona-bedingten Änderungen im Arbeitsalltag, wie beispielsweise die lange Zeit im Homeoffice, zu nennen. 

Langfristig machen Stress und seelische Probleme krank

Fast jede zweite Frührente basiert auf psychischen Problemen. Darüber hinaus haben sich in den letzten zehn Jahren die Fehltage aufgrund psychischer Symptomatiken mehr als verdreifacht und sind heute der häufigste Grund für gesundheitsbedingte Ausfälle. (Quelle)

Informationen und Hilfe

Das Internetportal PSYGA  ist eine Initiative von Neue Qualität der Arbeit und beschäftigt sich umfangreich mit der Thematik Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz.

Adressen für Hilfe bei Depressionen finden Sie unter anderem bei der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Warum ist Gesundheit am Arbeitsplatz so wichtig?

Der Arbeitsplatz wirkt sich also nicht nur auf die körperliche Gesundheit, sondern auch auf die Psyche der Beschäftigten aus. Von einer gesunden Arbeitsumgebung profitieren demnach Arbeitgeber:innen und Beschäftigte. Geeignete Maßnahmen zur Gesunderhaltung führen womöglich zu weniger krankheitsbedingten Ausfällen und mehr Leistung und Motivation bei den Mitarbeiter:innen – denn: ohne leistungsfähige Belegschaft kann ein Unternehmen nicht erfolgreich sein. Qualifikation ist das eine, wenn Mitarbeiter:innen ihre Fähigkeiten aufgrund gesundheitlicher Defizite nicht voll abrufen können. Weiterhin führen mangelnde vorsorgende Maßnahmen zu fehlender Motivation, schlechtem Betriebsklima und wirken sich zudem nicht positiv auf potenzielle Bewerberinnen und Bewerber aus. Anzumerken ist auch, dass wir mittlerweile viel länger bis zur Rente arbeiten als noch vor einigen Jahren. Aufgrund des demografischen Wandels sind somit auch ältere Mitarbeiter in der Belegschaft keine Seltenheit.

Insbesondere die Prävention von psychischen Erkrankungen ist wichtig, da sich diese Krankheiten auf den gesamten Lebensbereich der Betroffenen auswirken. Es ist selbstverständlich, dass Unternehmen hier keine Wunder vollbringen können, ist die Form der Erkrankungen doch sehr komplex, aber durch gezielte Maßnahmen ist die Gefahr, aufgrund des Arbeitslebens psychisch zu erkranken, geringer

Was haben Arbeitgeber:innen zu leisten?

Manche Maßnahmen zum Arbeitsschutz und der Gesundheit am Arbeitsplatz sind gesetzlich vorgeschrieben, eine moderne Führungsweise und individuelle Angebote gehen aber oft darüber hinaus.

Gesetzliche Vorgaben

Gesetzlich verankert ist vor allem der Schutz der körperlichen Unversehrtheit. Arbeitgeber:innen haben dafür Sorge zu tragen, dass Arbeitnehmer:innen beim tätigen ihrer Arbeit nichts zustoßen kann und die Sicherheitsstandards erfüllt sind. Dies betrifft allerdings eher die Tätigkeiten in der Produktion als beispielsweise im Büro. Weiterhin unterliegen Unternehmen den Regelungen zum betrieblichen Eingliederungsmanagement. Diese werden zur Pflicht, wenn Angestellte mehr als 42 Tage innerhalb von zwölf Monaten arbeitsunfähig sind.

Interessant: Krankenkassen unterstützen Unternehmen mit Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung.

Worauf können Unternehmen achten?

Neben den gesetzlichen Vorgaben zur Sicherheit, können Arbeitgeber:innen aber auch mit der richtigen Raumgestaltung und ergonomischen Mobiliar darauf achten, der Gesundheit ihrer Mitarbeitenden etwas Gutes zu tun.

Ergonomie am Arbeitsplatz

Gesundes Sitzen/Stehen sollte am Arbeitsplatz jederzeit ermöglicht werden. Immer mehr Arbeitgeber:innen stellen ihrer Belegschaft höhenverstellbare Schreibtische zur Verfügung, damit zwischen Arbeit im Sitzen und Stehen abgewechselt werden kann. Die verstellbaren Bürotische gibt es mittlerweile auch mit Elektromotor, welcher für noch mehr Flexibilität während der Arbeitszeit sorgt. Wichtig ist auch, dass jederzeit volle Beinfreiheit garantiert ist. Der Bürostuhl sollte ebenfalls höhenverstellbar und zudem an die Größe der/des Mitarbeitenden angepasst sein, um den Rücken zu entlasten. Eine verstellbare Rückenlehne lässt die Position zwischen aufrechtem Sitzen und Zurücklehnen variieren (Beispiele für ergonomische Bürostühle finden Sie hier). Ein wichtiger Punkt ist auch die korrekte Ausrichtung des Bildschirms. Dieser darf zum Beispiel keine Reflexionen verursachen. Sie sollten gerade auf das Display schauen können und aufrecht, gleichzeitig, aber auch nicht zu nah am Screen, sitzen.  

Fehlende Ergonomie…

Anhaltende Kopfschmerzen und Rückenschmerzen müssen auf jeden Fall ernst genommen werden. Bei dauerhaften Problemen sollte unbedingt ein Arzt oder Physiotherapeut konsultiert werden. Besonders schwierig wird es, wenn die schlechte Haltung aus dem Büro auch in die Freizeit übernommen wird. Kritisch ist es auch, nach dem Feierabend die fehlende Bewegung während der Arbeitszeit im Office nicht auszugleichen und stattdessen direkt vom Bürostuhl auf die Couch zu fallen. Natürlich kann man auch vorab während der Arbeitszeit kleine Bewegungspausen oder Entspannungsübungen einbauen.

Nicht zu vergessen: auch äußere Umstände wie Tageslichteinfall, die richtige Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit haben einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Belegschaft.

Keine Müdigkeit vortäuschen

Müde Augen entstehen durch zu langes auf-den-Bildschirm-starren ohne zu blinzeln. Unsere Augen sind eigentlich für das Sehen in die Ferne gedacht. Stattdessen sitzen wir acht Stunden täglich vor Bildschirmen und das oft auch noch viel zu nah. Auch die Schrift dürfte häufig gerne größer sein. Die Folgen des sogenannten „Office-Eye-Syndrom“ sind unter anderem ein Trockenheits- oder Fremdkörpergefühl, ein Brennen oder Jucken und teilweise verklebte Augen am Morgen. Nicht selten haben müde Augen auch Kopfschmerzen zur Folge. Große Bildschirme mit einer ausreichenden Schriftgröße, auf die man nicht, wie bei einem Laptop, hinunterschauen muss, können müde Augen vorbeugen. Weiterhin sind diese besser für die Haltung und schützen daher teilweise auch vor Rückenschmerzen. Müde Augen werden weiterhin durch die falsche Beleuchtung im Büro verursacht. So empfiehlt sich beispielsweise ein indirektes Licht anstelle von blendenden Spots. Das Deckenlicht in Kombination mit einer augenfreundlichen Schreibtischlampe ist optimal. Empfehlenswert sind hier die Leuchten von Tobias Grau.

Förderung über den Arbeitsplatz hinaus

Einige Arbeitgeber:innen bemühen sich auch über die Ergonomie am Arbeitsplatz hinaus und kümmern sich auch um einen gesunden Lebensstil der Belegschaft. Dazu zählen beispielsweise Bewegungsförderung, Ernährungsberatung, Stressbewältigung aber unter anderem auch die Hilfe gegen den Konsum von Suchtmitteln

Welche Maßnahmen können Arbeitnehmer:innen selbst ergreifen?

Bereits kleine Dinge helfen uns fitter, wacher und ausgeglichener zu fühlen…

Selfmade Ergonomie

Für mehr Ergonomie am Arbeitsplatz kann beispielsweise auch ein Schreibtisch-Aufsatz sorgen. Hier können Sie Laptop und Tastatur so hoch platzieren, dass ein Arbeiten im Stehen möglich wird und dadurch mehr Abwechslung im Arbeitsalltag entsteht. Den Aufsatz können Sie kaufen und sogar selbst bauen.

Müde Augen wachmachen

Was man selbst aktiv gegen müde Augen tun kann, ist es beispielsweise diese kreisen zu lassen und so imaginären Linien zu folgen. Daneben können Sie einmal bewusst gähnen und dabei Ihre Augen zukneifen. Diese werden dadurch automatisch wieder mit Tränenflüssigkeit versorgt. Ein weiterer Tipp gegen trockene Augen ist es, einfach mal woanders hin zu schauen als auf den Bildschirm. Das entspannt die Augen ungemein. Wichtig ist es außerdem, genügend zu blinzeln, um den natürlichen Tränenfilm des Auges zu erhalten.

Einmal Pause bitte

Neben dem Wechseln von Stehen und Sitzen ist es natürlich auch gesundheitsfördernd kleinere Pausen im Job zur Bewegung zur nutzen. Das muss nicht unbedingt Joggen in der Mittagspause sein, auch mehrmaliges Aufstehen, Treppe statt Aufzug und eine kleine Runde auf dem Firmengelände tun nicht nur dem Körper, sondern auch dem Geist gut.

Weitere Tipps für die Gesundheit am Arbeitsplatz

Ooommm…

Eine sehr schöne Idee ist es, als Team mit dem Meditieren anzufangen, um einen klaren Kopf zu bekommen und sich gleichzeitig wieder auf sich selbst fokussieren zu können. Arbeitgeber:innen könnten den Mitarbeiter:innen beispielsweise den Zugang zu Meditationsapps zur Verfügung stellen und in Teammeetings kurz Zeit einräumen, um über die Fortschritte des Meditierens zu sprechen. Die größte Motivation zur Meditation und somit zur Förderung der eigenen geistigen Gesundheit, ist natürlich auch während der Arbeitszeit einige Minuten meditieren zu dürfen.

Gesundes Essen in der Kantine

Achtung Vorurteile, ABER viele Kantinen sind nunmal noch immer geprägt von Currywurst und Schnitzel mit Pommes. Der Beilagen-Salat kann das dann auch nicht mehr retten. Daher: überzeugen Sie Ihren Caterer eine gesunde und ausgewogene Alternative neben den herkömmlichen Optionen zu bieten.

Moderne und individuelle Führung

Über die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz entscheidet vor allem auch der Führungsstil und das Stresslevel. Ein individueller Weg sein Team zu leiten, eine realistische Aufgabenverteilung und Angebote zur Bewältigung von Stress können bei der Vorbeugung von psychischen Erkrankungen unterstützend wirken. Wichtig ist auch eine offene Kommunikation, keine:r sollte Angst haben, Probleme direkt anzusprechen.

Flexibel bleiben

Flexible Arbeitszeiten – und mitunter auch Arbeitsorte, helfen Arbeitnehmer:innen die oben angesprochene Work-life-Balance besser einzuhalten.

Gesehen und gefördert werden

Motivation und Wertschätzung erhalten Mitarbeitende auch durch Weiterbildungen sowie eine gute Feedback-Kultur.

Immer mal was anderes

Halten Sie doch mal Meetings im Stehen ab oder treffen sie sich in einem Kreativraum, um für Abwechslung im Bewegungsverhalten zu sorgen und gleichzeitig die Kreativität anzukurbeln.

Unterstützung zum Thema Gesundheit am Arbeitsplatz

Ansprechpartner bei Fragen zur Thematik sind unter anderem Krankenkassen und Unfallversicherungen. Aber auch private Dienstleister oder Institute für betriebliche Gesundheitsförderung, Gesundheitszentren, etc. können Ihnen weiterhelfen. Auf der Website Initiative neue Qualität der Arbeit des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finden Sie zudem weitere Informationen.

 

Zu guter letzt…

Die Investition in die Gesundheit am Arbeitsplatz sorgt nicht nur für weniger Krankheitsausfälle und somit zu sinkenden Kosten, sondern führt vor allem auch zur Zufriedenheit der Belegschaft sowie einem guten Betriebsklima. Das sorgt wiederum für ein gelungenes Employer Branding.

Haben Sie Fragen zur Förderung von Gesundheit am Arbeitsplatz oder benötigen eine Beratung hinsichtlich abwechslungsreicher und ergonomischer Raumgestaltung? Unsere Expertinnen und Experten helfen Ihnen gerne weiter!

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