Arbeitsumgebung und Kreativität

Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert Kreativität als Fähigkeit, 'in phantasievoller und gestaltender Weise zu denken und zu handeln'. Dabei sind Faktoren wie persönliche Eigenschaften, die verschiedenen Phasen des schöpferischen Prozesses sowie der innovative Stellenwert eines Produktes oder Projektes ebenso wichtig wie kreativitätsfördernde Umweltaspekte.

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Zu den Umweltaspekten zählt unter anderem die Arbeitsumgebung. Hierzu gehören wiederum die allgemeinen Arbeitsbedingungen wie beispielsweise zwischenmenschliche Beziehungen oder die Büroausstattung. In diesem Artikel werden wir ganz besonders die Ausstattung näher beleuchten und sehen, inwiefern sie die Kreativität fördern beziehungsweise einschränken kann.

Home-Office oder Arbeitsplatz in der Firma: Verschiedene Möglichkeiten der Kreativitätsförderung

Laut Prof. Rainer M. Holm-Hadulla, Kreativitätsforscher an der Universität Heidelberg, braucht der Mensch klare Strukturen und Arbeitsrituale, um kreativ zu werden. Die Psychologin Cordula Nussbaum verweist darüber hinaus auf die Bedeutsamkeit externer Impulse. Inwiefern können diese Aspekte im Home-Office oder in der Firma unter Zuhilfenahme der richtigen Ausstattung berücksichtigt werden?

 

  • Home-Office: Stimulierende Arbeitszone schaffen und von externen Impulsen profitieren
  • Arbeitsplatz in der Firma: Die Monotonie des gewohnten Arbeitsplatzes mit Kreativräumen brechen

Wer selbst von zu Hause aus arbeitet, weiß, wie schwierig es mitunter sein kann, ein produktives Arbeitsklima in den eigenen vier Wänden zu kreieren. Die Anwesenheit anderer Familienmitglieder, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sowie private Belange und Aufgaben können schnell von der Arbeit ablenken.

Die richtige Austattung

Deshalb ist es gerade beim Home-Office besonders wichtig, einen Rückzugsort zur Verfügung zu haben, an dem man sich ungestört auf professionelle Projekte konzentrieren kann. Wenn kein eigenes Arbeitszimmer vorhanden ist, sollte sich zumindest der Teil eines Raums durch die richtige Ausstattung als Arbeitszone auszeichnen und vom restlichen Wohnraum abgrenzen.

Dahingegen ist die Bereicherung durch äußere Impulse zweifellos ein kreativitätsfördernder Aspekt bei der Arbeit im eigenen Heim. Diese sind in der Firma nicht immer selbstverständlich.
 

Das Gleichgewicht zwischen klaren Strukturen und externen Impulsen sollte auch am Arbeitsplatz in der Firma gefunden werden. Acht Stunden hinter dem eigenen Schreibtisch zu sitzen, ist für neue Ideen nicht optimal. Immer mehr Arbeitgeber installieren deshalb 'Kreativräume', welche sich in ihrer Konzeption bewusst vom gewohnten Arbeitsplatz abheben, um Blockaden zu lösen und den Ideenfluss wieder in Gang zu bringen. Sitzgruppen, Whiteboards, Freiraum und natürliches Licht wirken sich hier positiv auf den kreativen Austausch mit anderen, aber auch auf die eigenen schöpferischen Kapazitäten aus.

Musik, Möbel, Pflanzen und Farben: Wie wichtig ist das Raumambiente?

Ob im Home-Office oder in der Firma, das Raumambiente beeinflusst ohne jeden Zweifel die Kreativität. Hier geben wir Ihnen einen tieferen Einblick in verschiedene Elemente, die einen kreativen Raum ausmachen.

  • Musik: Einfluss auf Innovationskraft ist umstritten
  • Möbel: Je außergewöhnlicher die Raumgestaltung, desto kreativer die Ideen
  • Pflanzen: Gepflegte Pflanzen fördern die Kreativität
  • Farben: Blau wirkt sich positiv auf den Innovationsgeist und die schöpferische Motivation aus

Sollte man den Arbeitsplatz mit Lautsprechern und Hintergrundmusik ausstatten? Darüber sind sich die Forscher nicht einig. Laut einer Studie der 'University of Technology' in Sydney, die 2017 in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht wurde, soll fröhliche Musik kreatives Denken fördern. Im Fachblatt Applied Psychology wurde diese Theorie 2019 allerdings widerlegt. Den Studien englischer und schwedischer Forscher zufolge soll Musik den Kreativitätsprozess sogar negativ beeinträchtigen.

Die Autoren des Fachbuches 'Make Space' von der kalifornischen Universität Stanford sind der Meinung, dass sich flexible Raumelemente wie Raumteiler und ausgefallene Möbel stimulierend auf die kreativen Fähigkeiten auswirken. Innovative Formen und spezifische Farbelemente sind bei der Auswahl der Möbel genauso wichtig wie dynamische Aspekte, welche sowohl die Teamarbeit erleichtern als auch den Arbeitsvorgang von Einzelpersonen optimieren.

Auch Pflanzen bringen die Kreativität in Fluss; jedoch nur dann, wenn sie ein gepflegtes, gesundes Erscheinungsbild bieten. Ausgetrocknete und kahle Pflanzen hemmen das schöpferische Vermögen laut eines Artikels des Online-Fachportals business-wissen.de. Farben spielen im kreativen Prozess ebenso eine wichtige Rolle. Eine kanadische Studie aus dem Jahr 2009 hat ergeben, dass sich Blau positiv auf den Innovationsgeist und die schöpferische Motivation auswirkt, wohingegen Rot eine effizientere Detailarbeit gewährleistet. Grün soll Ruhe und Entspannung vermitteln. Zu starke Farbreize sollten jedoch vermieden werden, da sie den Raum und damit den Geist überladen können.

Ergonomie und Kreativität: Der Zusammenhang zwischen ergonomischen Arbeitsmaterialien und schöpferischem Vermögen

Was haben ein höhenverstellbarer Schreibtisch und eine ergonomische Maus mit Kreativität zu tun? Auch wenn keine wissenschaftlichen Studien existieren, die den Zusammenhang zwischen Ergonomie und Kreativität eindeutig belegen, so liegt es wohl auf der Hand, dass man ohne Muskel- und Gelenkschmerzen einfach besser denken und innovieren kann. Jegliche Mittel, welche zu einem flüssigen Arbeitsverlauf und zum allgemeinen Wohlbefinden der Belegschaft beitragen, wirken sich positiv auf die Kreativität und Motivation aus. Davon sind auch Tom Rath und Jim Harter, die Autoren des Bestsellers 'Wellbeing', überzeugt. In ihrer Veröffentlichung von 2016 verdeutlichen sie, wie die erfolgreichsten Unternehmen genau aus diesen Gründen den Fokus verstärkt auf das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter legen.

Absolute No-Gos für ein kreatives Arbeitsumfeld

Folgende Kreativitätsbarrieren sollten unbedingt aus dem Weg geräumt werden:

  • dunkle, überladene und enge Räume
  • altmodische und unpraktische Ausstattung
  • Unordnung
  • Farblosigkeit und Monotonie
  • Mangel an Austausch und externen Impulsen

Wer sich eine kreative Belegschaft wünscht, sollte für helle, moderne und flächenoptimierte Räumlichkeiten mit Blick nach draußen sorgen. Dunkle und optisch überladene Arbeitsplätze sind ebenso ein Kreativitätshemmer wie Unordnung. Wer arbeitet schon gerne an einem Schreibtisch, auf dem sich allerlei Unterlagen stapeln, aber kein brauchbarer Stift zu finden ist? Achten Sie zudem auf eine praktische, flexible und modulierbare Ausstattung, welche sowohl die Teamarbeit als auch ein konzentriertes Arbeiten als Einzelperson zulässt.

Doch auch, wenn der Arbeitsplatz stets sauber und aufgeräumt sein sollte, ist es wichtig, ihn nicht völlig steril und farblos zu gestalten. Sonst entsteht ein zu monotoner, strikter Rahmen, der nur schwer neue Ideen zulässt. Fördern Sie ebenso konzentrierte Einzelarbeit wie Teamgeist, Austausch, Regeneration und Offenheit für äußere Einflüsse. Unternehmen, die genug Platz zur Verfügung haben, können zu diesem Zweck in verschiedene spezifische Räume investieren. Kleinere Unternehmen sollten über ein optimiertes, kreativitätsförderndes Open-Space-Büro verfügen.

Fazit: Ein kreativer Arbeitsplatz erfüllt zwei wesentliche Kriterien: Zum einen erlaubt er die Möglichkeit zum konzentrierten Rückzug in einer klar strukturierten und pragmatischen Umgebung, zum anderen erleichtert er die regelmäßige Konfrontation mit stimulierenden visuellen und sozialen Impulsen. Hierdurch können neue Ideen entstehen und optimal umgesetzt werden.

  • BOS Büro- und Objekteinrichtungen GmbH
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