Büroformen

Digitalisierung, Globalisierung, New Work: unsere Arbeitswelt wandelt sich – da kann man schon mal den Überblick verlieren. Grundsätzlich müssen Räumlichkeiten unsere Art zu arbeiten jederzeit unterstützen. Büros werden moderner und offener, sie entfernen sich von klassischen Strukturen und dienen stattdessen mehr und mehr als Treffpunkte für kommunikativen Austausch und Zusammenarbeit. Mit diesem Beitrag möchten wir eine Übersicht über die verschiedenen Büroformen geben und deren Vor- und Nachteile aufzeigen. Welche Arbeitswelt passt zu Ihnen?

Trends

Das Großraumbüro

Das Großraumbüro ist eine weit verbreitete und allseits bekannte Büroform. Gemäß der Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A1.2) handelt es sich bei Großraumbüros um „organisatorische und räumliche Zusammenfassungen von Büro- oder Bildschirmarbeitsplätzen auf einer 400 m² oder mehr umfassenden Grundfläche, die mit Stellwänden gegliedert sein können.” Räumliche Abgrenzung entsteht beispielsweise auch durch das Aufstellen von Schränken, die Raumtrenner können gleichzeitig schalldämpfend wirken. Die Arbeitsplätze sind dabei in der Regel fest zugeteilt. Da die Räumlichkeiten relativ groß sind, muss die Akustik, das Licht und das Raumklima gut geplant werden. Die Büroform eignet sich grundsätzlich gut für Unternehmen, welche eine hohe organisatorische Veränderungsdynamik mit sich bringen.

Vorteile

Dadurch, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt zusammensitzen, bestehen gute Kommunikationsmöglichkeiten und die Option zur intensiven Zusammenarbeit. Team- und projektorientiertes Arbeiten werden durch diese Büroform möglich. Das stärkt gleichzeitig den Teamgeist. Weiterhin besteht bei der Planung solch großer Flächen viel Flexibilität hinsichtlich der Arbeitsplatzgestaltung. Auch die Arbeitsprozesse lassen sich variabel gestalten. Ein weiterer Vorteil ergibt sich daraus, dass verhältnismäßig viele Mitarbeiter:innen auf relativ wenig Fläche vereint werden können, so ist die Büroform des Großraumbüros als platzsparend zu betrachten.

Nachteile

Mitarbeiter:innen können sich leicht durch den erhöhten Geräuschpegel gestört fühlen und von Kolleginnen und Kollegen ablenken lassen. Eine konzentrierte und vor allem ungestörte Einzelarbeit ist im Großraumbüro nicht wirklich möglich. Dies kann unter Umständen zu Stress führen. Die Anforderungen an die Raumgestaltung sind bei großen Räumlichkeiten selbstverständlich höher. Weiterhin sind viele Mitarbeiter:innen ganztäglich künstlichem Licht ausgesetzt, da nicht jede:r einen direkten Fensterplatz einnehmen kann. Schwierig gestalten sich auch die Brandschutzbestimmungen bei großen Arbeitswelten.

ZELLENBÜROS

 

Das Einzelbüro

Das genaue Gegenteil von dem Großraumbüro ist die Büroform des Einzelbüros. Bei dem Einzelbüro hat die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter den Raum ganz für sich allein. Häufig findet man auch heute noch viele aneinandergereihte Büros, welche über einen Flur miteinander verbunden sind. Glaswände reduzieren das Gefühl von „Einzelhaft“ und sorgen bei Einzelbüros für mehr Leichtigkeit und Offenheit.

 

Vorteile

Auch wenn Einzelbüros häufig flexibler geplant werden, ermöglichen sie dennoch weiterhin konzentriertes und vor allem ungestörtes Arbeiten. Insbesondere vertrauliches Arbeiten kann durch die Büroform des Einzelbüros gewährleistet werden. Auch eine erhöhte Privatsphäre ist im Einzelbüro selbstverständlich gegeben. Darüber hinaus haben die einzelnen Mitarbeiter:innen in ihren „eigenen“ Büros im vorgegebenen Rahmen mehr Gestaltungsspielraum. Belichtung und Belüftung sind ebenfalls individuell einstellbar. Außerdem bringt diese Büroform großen individuellen Stauraum, sodass persönliches Archivieren möglich wird.

Nachteile

Eine direkte und intensive Kommunikation mit Kolleg:innen ist durch die Büroform des Einzelbüros eingeschränkt. Bei Mitarbeiter:innen kann ein Gefühl von Isolation auftreten, wenn der direkte Austausch mit anderen fehlt. Weiterhin benötigt diese Büroform deutlich mehr Platz als das zuvor genannte Großraumbüro. Für Unternehmen und Arbeitgeber:innen sind Einzelbüros daher teurer.

Das Mehrpersonenbüro

Die Büroform des Mehrpersonenbüros, umfasst meist bis zu sechs Arbeitsplätzen. Diese sind mittlerweile häufig mit flexiblen Trennwänden getrennt, was die Raumgestaltung flexibler macht und die Kommunikation vereinfacht.

Mehrpersonenbüros eignen sich optimal, um Arbeitsgruppen zusammenzusetzen, welche gemeinsam an einem Projekt arbeiten oder ähnliche Schwerpunkte haben.

Vorteile

Kurze Kommunikationswege sind bei dieser Büroform gewährleistet und Teams können sich einfach abstimmen. Im Gegensatz zu größeren Gruppen ist der Lärmpegel im Mehrpersonenbüro noch immer vergleichsweise gering.

Nachteile

Fokussiertes Arbeiten kann bereits durch die Belegung eines Zellenbüros mit nur zwei Mitarbeiter:innen verringert werden. Die Konzentrationsfähigkeit kann durch das Gegenüber schon beeinträchtigt werden. Weiterhin benötigen auch die Mehrpersonenbüros vergleichsweise viel Platz und gehen mit höheren Kosten einher.

Gruppenbüro

Diese Büroform hat sich aus dem Großraumbüro weiterentwickelt. Die Vorteile sollen hier übernommen, Nachteile jedoch reduziert werden. So bietet das Gruppenbüro im Gegensatz zum klassischen Großraumbüro vergleichsweise wenig Arbeitsplätze (bis zu 25). Diese sind in einer offenen Bürostruktur angeordnet und vereinzelt durch Akustikwände oder Schränke unterteilt.

Vorteile

Das Gruppenbüro soll jeder/m Mitarbeiter:in eine gute Arbeitsplatzqualität bieten. Dadurch, dass weniger Mitarbeiter:innen auf einer Fläche vereint sind, gestalten sich Belüftungsmaßnahmen und die Lichtgestaltung einfacher. Auch die Gruppenbüros eignen sich wie die Büroform der Mehrpersonenbüros für eine enge Teamzusammenarbeit. Der spontane Austausch unter den Kolleg:innen fällt mit dieser Büroform leicht. So wird der Teamzusammenhalt gestärkt und auch flache Hierarchien können gefördert werden. Kurze Wege und schnelle Erreichbarkeit bringt diese Büroform mit sich.

 

Nachteile

Wie auch im herkömmlichen Großraumbüro können Störungen durch Lärm und Ablenkungen nicht ausgeschlossen werden. Für konzentrierte und individuelle Einzelarbeit eignet sich diese Büroform daher weniger, ebenso wie bei vertraulichen Aufgaben. Wenn Klima, Beleuchtung und Co. auch einfacher abzustimmen sind, gestaltet sich die Planung dieser Parameter für eine größere Gruppe dennoch deutlich aufwendiger als für weniger Mitarbeiter:innen pro Büro.

Das flexible Kombibüro

Das sogenannte Kombibüro setzt sich aus unterschiedlichen Büroformen zusammen. Meist handelt es sich bei dieser Büroform um ein Mehrpersonenbüro, welches neben den festgelegten Arbeitsplätzen noch zusätzliche Gemeinschaftsbereiche beinhaltet. Nach ASR A1.2 sind Kombibüros in der Regel eine Kombination aus Zellen- und Großraumbüro. Die verschiedenen Bereiche sind flexibel gestaltbar und meist durch funktionale Raumtrenner zu unterscheiden. Die Büroform eignet sich vor allem für Unternehmen, deren Mitarbeiter:innen sowohl in konzentrierter Einzelarbeit agieren müssen als auch die regelmäßigen und oft spontanen Besprechungen im Team benötigen,

 

Vorteile

Hier kann zwischen ruhiger und konzentrierter Arbeit alleine und dem Austausch in den gemeinschaftlichen Bereichen gewechselt werden. Diese Büroform ermöglicht daher Flexibilität und Agilität, die Arbeitswelt passt sich wechselnden Arbeitsprozessen und Mitarbeiterstrukturen an. Gleichzeitig sorgt das abwechslungsreiche Umfeld für mehr Kreativität.

Nachteile

Für die Umsetzung dieser Büroform wird viel Platz benötigt, welcher nicht überall vorhanden ist.

 

Das Non-Territoriale Büro

Die Büroform des Non-Territorialen Büros hebt sich deutlich von den klassichen Büroformen ab. Statt wie bei einem herkömmlichen Büro, in welchem jede:r Mitarbeiter:in einen fest zugewiesenen Arbeitsplatz hat, zeichnet sich diese Büroform gerade dadurch aus, dass es diese festen Arbeitsplätze nicht gibt. Stattdessen können sich die Mitarbeiter:innen jeden Tag aufs Neue einen Platz suchen, an welchem sie ihre Arbeitszeit verbringen möchten. Dieser kann natürlich innerhalb des Tages gewechselt werden. Eine feste Zuordnung ist hiermit also gänzlich oder mindestens teilweise aufgehoben. Das Non-Territoriale Büro ist unter anderem in sogenannten Coworking-Spaces zu finden.

Vorteile

Im Hinblick auf die Flächennutzung kann diese Büroform Vorteile mit sich bringen. Insbesondere für Mitarbeiter:innen, welche vorwiegend im Außendienst tätig sind, bietet sich diese Büroform an. Auch für Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter, welche häufig in Besprechungen oder im Gespräch mit Kund:innnen sind, lohnt sich diese Art der Arbeitsweltgestaltung. So bleiben die jeweiligen Arbeitsplätze in Abwesenheit der Kolleg:innen nicht unbesetzt. Weiterhin bietet die Büroform für Unternehmen mit flexiblen Arbeitszeiten oder einem hohen Homeoffice-Anteil Vorteile. Das regelmäßige Wechseln des Arbeitsumfeldes regt zudem die Kreativität an.

 

Nachteile

Dadurch, dass keine festen Arbeitsplätze mehr vergeben werden, können Unterlagen nicht mehr einfach so liegen gelassen werden. Dokumente und Co. müssen jeden Tag nach Feierabend eingesammelt werden, das bedeutet Mehraufwand und ist inbesondere für langfristige und intensive Projekte nicht geeignet. Im Allgemeinen bietet sich diese Büroform für Mitarbeiter:innen, die auf die tägliche Büroarbeit vor Ort angewiesen sind eher weniger an. Die Gestaltung und die Vorteile eines persönlichen Schreibtisches bleiben hier aus.

Open Space Offices

Bei den sogenannten Open Space Offices handelt es zwar nicht um eine eigenständige Büroform, die offenen Arbeitswelten vereinen allerdings mehrere Büroformen, sodass sie hier auf jeden Fall genannt werden sollten.

Eine Verbindung zwischen Arbeits- und Kommunikationszonen ermöglicht Mitarbeiter:innen je nach den aktuellen Tätigkeiten und Bedürfnissen zwischen konzentrieter Einzelarbeit oder dem Austausch mit Kolleg:innen zu wechseln.

Innerhalb der Arbeits- und Kommunikationsbereiche sind der Phantasie bei der Gestaltung quasi keine Grenzen gesetzt. Kreativbereiche, Meetingpoints, Bereiche für konzentrietes Arbeiten, Teeküchen, innerhalb der Open Space Offices gibt es viele Möglichkeiten. Wir haben in diesem Beitrag zusammengefasst, was bei der Planung von Open Space Offices wichtig ist.

Vorteile

Durch eine offene Kommunikationsstruktur wird durch diese Büroform eine intensive Teamarbeit ermöglicht. Arbeitsabläufe können flexibel organisiert werden. Öffentliche Flächen und Rückzugsbereiche wechseln sich ab. Die Variabilität dieser Arbeitswelten und wechselnde Eindrücke wirken sich positiv auf die Kreativität der Beschäftigten aus. Monotonie wird vermieden.

Nachteile

Die Gestaltung solcher Raumlösungen ist sehr aufwendig und erfordert eine hohe Expertise. Akustik und Co. müssen optimal geplant sein. Beleuchtung und Klima sind meist nur in Teilbereichen individuell regulierbar. Auch gelten in solch großen Räumlichkeiten erhöhte Anforderungen an den Brandschutz.

Alleine die Fülle unterschiedlicher Büroformen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen verdeutlichen, dass es „die eine“ perfekte Büroform nicht gibt. Die Form sollte in jedem Fall auf die vorhandene Arbeitsorganisation angepasst werden. Die Funktionen der jeweiligen Büroysteme unterstützen dabei die Arbeitsweise. Auch muss die Büroform mit den gegebenen Räumlichkeiten  umsetzbar sein. Die Gestaltung des Arbeitsplatzes hat zudem eine große Auswirkung auf die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen. Weiterhin können gut geplante Arbeitswelten auch einen positiven Einfluss auf die Produktivität und Leistung der Beschäftigen haben. Die Mitarbeiter:innen gilt es bei der Planung neuer Büroformen daher unbedingt miteinzubeziehen. Oft bietet es sich auch an mehrere Formen miteinander zu kombinieren. Ein modernes Bürokonzept muss viele Anforderungen vereinen.

  • BOS Büro- und Objekteinrichtungen GmbH
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