Emotionen, Design und die Arbeitswelt

Form follows Emotion? Emotionen spielen nicht nur bei Produkten eine immer größere Rolle. Auch in der Raumeinrichtung reichen ergonomische Möbel alleine nicht mehr aus. Vielmehr soll die Arbeitsumgebung Motivationen und Emotionen bei den Mitarbeitenden erzeugen, und letztlich auch zu guten Arbeitsergebnissen führen. Wie Räume Emotionen auslösen können und ein kleiner Exkurs dazu, wie Emotionen im Job in der heutigen Zeit gehandhabt werden, finden Sie im Folgenden.

Trends

Emotion – ein Definitionsversuch 

Vorab: eine klare Definition für Emotionen zu finden ist nicht leicht. Wir alle erleben tagtäglich positive sowie negative Emotionen, eine eindeutige wissenschaftliche Erläuterung des Begriffes fällt dagegen schwer. Grund dafür ist, dass jede Forschung, sei es Psychologie, Philosophie, Neurologie, etc. die Emotionen aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Daraus folgen unterschiedliche Definitionen mit verschiedenen Schwerpunkten. Umso auffälliger, dass der doch so komplexe Begriff in den Bereichen Marketing und Design insbesondere seit den letzten Jahren recht inflationär verwendet wird (Stichwort “emotional design”). Insbesondere in diesem Kontext wird Emotion vor allem als positiv assoziiert. Bei Produkten mit einem emotionalen Design sollen wir meist an Glück, Freude und Wohlbehagen denken. Dass Emotion als Oberbegriff auch stark negative Emotionen wie Wut, Ärger oder Angst umfasst, wird dabei oft außer Acht gelassen. Wir möchten Emotion für uns im folgenden als innere Empfindung definieren, welche sowohl positiv als auch negativ erlebt werden kann. 

 

Emotion vs. Funktion?

Mit jedem Design geht auch gleichzeitig eine Botschaft einher. So sagt die Gestaltung zugleich etwas über die Qualität, Benutzerfreundlichkeit und Funktion des Produktes aus. Darüber hinaus kann ein Produkt Vertrauen ausstrahlen und Innovation. Bestenfalls wird hinzukommend der Markencharakter des Produktes erlebbar gemacht. “Form follows function” – ja die durch ein Design hervorgerufenen Emotionen sind sicherlich die Kür. Die Funktion steht jedoch nach wie vor im Vordergrund, wenn es um funktionale Räume und ergonomische Arbeitsmöbel geht, aber die beiden Aspekte schließen sich keinesfalls aus. Im Gegenteil: vielmehr bereichern sie sich gegenseitig. Innerhalb des funktionellen, technischen Rahmens, kann sich das Design entwickeln und wirken. 

 

Exkurs: Emotionen im Job

Job ist Job und da haben Emotionen nichts verloren. Das ist die noch immer vorherrschende Tendenz unserer Gesellschaft. Sachlichkeit und eine strenge Trennung von Beruf und Emotion scheinen gefordert. Entscheidungen sollten rational getroffen und nicht von Gefühlen geleitet werden. Das ist nachvollziehbar und dennoch können Emotionen im Job auch positiv wirken. Schließlich gilt es, nicht direkt an Extreme wie Wutanfälle oder Tränenausbrüche zu denken. Neben diesen Situationen gibt es noch eine Menge an Emotionen, welche im Job durchaus förderlich sein können, wenn sie zugelassen und gezeigt werden. Es muss in einem gesunden Arbeitsumfeld möglich sein, sein Empfinden ohne Scham äußern zu können. Sicher darf man auch wütend sein über Entscheidungen im beruflichen Kontext, das Ergebnis einer Analyse, die eigene Leistung, oder oder oder. Dennoch sollte man sich nicht von diesem Empfinden treiben lassen. Auf den Tisch hauen und cholerisch werden, hilft hier nicht weiter. Emotionen dürfen zugelassen und auch sichtbar werden, man muss sie aber dennoch in einem gesunden Rahmen halten können. Übrigens gehören bei dem Thema Emotionalität am Arbeitsplatz wie so oft zwei Parteien dazu. Die oder der eine, die oder der die Emotion zulässt und zeigt, aber auch die- oder derjenige, die oder der mit dieser signalisierten Emotion umgehen und entsprechend auf die/den Mitarbeiter:in reagieren kann. 

Das Zeigen von Emotionen sollte sich aber nicht nur die Angestellten, sondern auch die Führungskräfte trauen. Das Ganze macht nahbar, Distanzen zur Belegschaft werden abgebaut und die Bindung zur Chefetage gestärkt. Jede:r sollte den Umgang mit Emotionen lernen. Manchmal zählt dazu auch, das Dasein negativer Emotionen durch andere aushalten zu können, mit dem Wissen, gerade nicht helfen zu können. Für einen gesunden Umgang mit Emotionen gilt: mehr zuhören, mehr Fragen stellen, ins Gespräch kommen, aber auch an der richtigen Stelle leise sein zu können. Teambuildingevents zur Beziehungspflege sind nach wie vor hilfreich und sinnvoll, dennoch müssen auch Meetings in denen schwierige Themen besprochen werden uneingeschränkt möglich sein. Jede:r sollte sich trauen in diesen Gesprächen ehrliche Reaktionen zeigen zu können und auch kritisches Feedback zu geben. Nur so kann echte Vertrauenskultur im Unternehmen gelebt werden. 

 

Positive Emotionen am Arbeitsplatz

Nicht nur Produkte, sondern die ganze Arbeitsumgebung kann Emotionen in uns hervorrufen, unsere Motivation steigern und die Produktivität fördern. Eine helle, positive und lebendige Raumgestaltung sorgt gleich für Wohlbefinden bei der Belegschaft. Unser Unterbewusstsein verbindet Räume und Materialien automatisch mit Emotionen, welche auf Erfahrungen beruhen. Licht, Proportionen, Texturen haben allesamt eine Wirkung auf uns, die wir so gar nicht offensichtlich wahrnehmen, aber dennoch etwas mit uns machen.

Lichtplanung

Ein heller, sonniger Tag ruft bei den meisten automatisch bessere Laune und gute Gefühle hervor. Mit einer professionellen Lichtplanung werden Emotionen auch mit künstlichem Licht erzeugt oder verstärkt. Wir beraten Sie gerne bei Ihrer Lichtgestaltung. 

Farben

Farben und Emotionen hängen durchaus eng miteinander zusammen. Warme Farben erzeugen andere Emotionen als kalte Farben, ebenso wie es bei leuchtenden und gedeckten Farben einen Unterschied in ihrer Wirkung gibt. So kann eine gute Farbwahl im Raum positive Gefühle verstärken. Insbesondere warme Farben wie Gelb rufen meist positive Gefühle hervor. Die warme Farbe Rot kann aber zum Beispiel auch sehr aktivierend wirken und sollte mit Bedacht eingesetzt werden. Kühlere Grün- und Blautöne wirken insbesondere beruhigend und sorgen für einen klaren Kopf. Grundsätzlich sollte aber nicht vergessen werden, dass die Wirkung von Farben sehr subjektiv ist und die Emotionen je nach Erfahrungen unterschiedlich ausfallen können. Noch mehr Informationen zur Thematik Farbe im Büro gibt es in diesem Beitrag.

Mobiliar

Auch einzelne Möbel können Mitarbeiter:innen mit positiven Emotionen assoziieren. Wurde das Möbelstück beispielsweise zu einem besonderen Anlass ausgehändigt, wie der neue ergonomische Bürostuhl zum Geburtstag, der geerbte Sekretär im Homeoffice oder der große höhenverstellbare Schreibtisch im neuen Büro nach der Beförderung, verbinden Angestellte ganz subjektive Emotionen mit einzelnen Möbelstücken. Auch maßgefertigte, individuelle Möbel vom Schreiner sind etwas ganz Besonderes. Diese gibt es zum Beispiel hier. Produkte aus Holz lösen bei einigen Menschen positive Emotionen aus. Die Geschichte, die Tischplatten aus Holz erzählen und die Naturverbundenheit des Materials schätzen viele sehr.

Je nach Funktion der Räumlichkeiten, planen und gestalten wir diese ganz individuell nach Ihren Wünschen und Vorstellungen. So bedeutet es weit mehr einen Raum zu gestalten als ihn mit Möbeln zu bestücken und ihn zu dekorieren. Um wirkliche Emotionen und echte Motivation bei den Mitarbeitenden zu erwecken, ist eine professionelle und auf die Bedürfnisse der Belegschaft abgestimmte Raumplanung unerlässlich. Die Mitarbeiter:innen sollten daher unbedingt in die Planung involviert werden.

Emotionen wirken sich auf unsere Leistungsfähigkeit aus 

Emotionen spielen zudem eine Rolle, wenn es um die Bewältigung unserer Aufgaben geht. Sie können Motivation und Leistungsbereitschaft fördern oder vermindern. Aktivierende Emotionen wie Freude, Hoffnung oder Stolz können die Motivation zum Lernen und Arbeiten steigern. Aber auch negative Emotionen wie Angst und Ärger können zu Handlungen motivieren. Es sind nicht automatisch alle positiv konnotierten Emotionen motivationsfördernd oder leistungssteigernd. So sind die Emotionen Entspannung und Erleichterung zwar positiv gewertet, wirken in puncto Leistung allerdings demotivierend. Auch die Emotionen Hoffnungslosigkeit und Langeweile wirken deaktivierend. Bei diesem Modell gilt es jedoch zu beachten, dass man zwischen der intrinsischen Motivation – also dem in der Sache liegenden Anreiz und der extrinsischen Motivation, der von außen gesteuerten Motivation (z.B. Beförderung, mehr Gehalt, gute Schulnoten, etc.) unterscheiden muss. Aktivierende, jedoch negative Emotionen, wie beispielsweise Angst, können die intrinsische Motivation reduzieren, zugleich aber die extrinsische erhöhen. Wer Angst vor einer schlechten Note hat, lernt zum Beispiel mehr. 

 

Sie möchten mehr über die Wirkung von Räumlichkeiten auf Ihre Mitarbeiter:innen erfahren? Dann treten Sie mit uns in Kontakt, wir beraten Sie gerne

  • BOS Büro- und Objekteinrichtungen GmbH
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