Home-Office: Psyche in Gefahr

Die Arbeit von zu Hause aus kann zur Belastungsprobe für die Nerven werden. Besonders wer wenig Erfahrung beim Arbeiten im Home-Office hat, spürt schnell die Folgen: Berufs- und Sozialleben leiden, denn der innere Ausgleich fehlt. Um einer negativen Entwicklung entgegenzuwirken, helfen jedoch schon einige einfache Mittel, zum Beispiel die richtige Arbeitsplatzgestaltung.

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Die Arbeit im Home-Office ist durch die Corona-Pandemie für viele Menschen Alltag geworden. Längst sind es nicht mehr nur freiberuflich Arbeitende und Selbstständige, die ihrer Arbeit in den eigenen vier Wänden nachgehen.

Problematisch wird das vor allem bei der permanenten Arbeit von zu Hause, zu der es momentan oft keine Alternative gibt: Cafés sind geschlossen und das Büro soll gemieden werden. Um Psyche und Sozialleben zu schützen, zeigen wir Ihnen hier einige Möglichkeiten auf.

Psychische Herausforderungen im Home-Office

Die Folgen der globalen Pandemie haben unser Arbeitsleben grundlegend verändert: Möglichkeiten nach der Arbeit abzuschalten sind weniger geworden. Eine Trennung zwischen Berufs- und Privatleben ist im Home-Office schwierig. Und obwohl die eingesparte Fahrt zur Arbeit wie ein Gewinn erscheint, wird gerade die Vermischung dieser zwei Lebensbereiche zu einer Belastungsprobe.

Der Lockdown bedeutet vor allem eines: Isolation. Millionen Menschen müssen plötzlich auf direkte Kontakte verzichten, während auch der private Rückzugsort immer mehr Einschnitte erfährt. Wer allein lebt, läuft Gefahr nur noch zwischen Arbeit und Schlaf zu wechseln, denn die Arbeit im Home-Office kann permanent weitergeführt werden – und sei es nur gedanklich. Doch auch Familien sehen sich mit mehr Stress konfrontiert: Home-Office, Home-Schooling und Alltag müssen vereint werden. Ob allein oder mit der Familie, ein Ausgleich ist schwer zu finden.

Negative Einflüsse auf Familie und Freizeit

Die Auswirkungen auf andere Lebensbereiche sind nicht immer sofort spürbar. Viele Gewohnheiten stellen sich langsam ein, über Wochen und Monate hinweg. Kleine, alltägliche Sorgen und Probleme bleiben länger im Gedächtnis, denn sie sind permanent präsent. Auch ein Blick auf den Laptop erinnert plötzlich an die Probleme oder die Menge an Arbeit, die noch erledigt werden muss. Die Abwechslung zu Hause fehlt. Das Ergebnis: Ihre vier Wände werden immer mehr als Arbeitsplatz wahrgenommen.

Verschärft wird diese Situation dadurch, dass Sie nicht allein betroffen sind. Das Ärzteblatt erklärt mit Verweis auf eine forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums, dass 70 Prozent der Deutschen sich um die Gesundheit von Angehörigen sorgen und sich emotional belastet fühlen.

Auswirkungen auf die Arbeit

Zusätzlicher Stress entsteht außerdem durch technische Probleme. Die Arbeitsgeräte werden zum privaten Hindernis, wenn die Unterstützung aus einer IT-Abteilung plötzlich fehlt. Machen Ihnen parallel Vorgesetzte Druck, verschlimmert sich die Situation immens: Arbeit kann nicht erledigt werden, Hilflosigkeit und Nervosität sind die Folgen. Durch mangelnden Ausgleich schlagen die negativen Gefühle dann oft in Aggression um.

Auch die Arbeitsprozesse dauern länger. Ein Gang zu den Kolleginnen und Kollegen klärt Fragen direkt. Im Home-Office muss erst ein Anruf erfolgen oder es wird auf eine Mail gewartet. Das kostet nicht nur Zeit, sondern erzeugt generell Ungeduld.

Obwohl ein persönlicher Austausch über Video-Chat-Programme möglich ist, gibt es auch hier Probleme. Nicht jeder kommt bei diesen Meetings gut zu Wort. Außerdem kann selbst eine geringe Verzögerung bei der Übertragung dazu führen, dass sich Teilnehmende permanent ins Wort fallen oder Missverständnisse entstehen. Frustration entsteht schnell. Schlimmer wird es noch, wenn die Technik ganz ausfällt und eine wichtige Abstimmung nicht stattfinden kann.

Weniger Erholungsphasen und Anpassungsstörungen

Der Weg zur Arbeit entfällt und kleinere Hausarbeiten können nebenbei erledigt werden. Dennoch: Der Feierabend markiert hier oft nicht das Ende der Arbeit. Zudem ist die Pausenzeit im Home-Office räumlich nicht eindeutig von der Arbeitszeit zu trennen. Der Rückzugsort fehlt und eine dauerhafte Unruhe stellt sich ein. Das gilt umso mehr, wenn Sie permanent über technische Geräte für Ihre Vorgesetzten oder Kolleginnen und Kollegen erreichbar sind.

Hier gilt es die Mitte zu finden. Denn Psychologen raten durchaus, auch weiterhin Kontakt mit den Arbeitskollegen zu pflegen. Dies beuge einer Anpassungsstörung vor, erklärt die Psychologin Sandra Jankowski aus Berlin in einem Interview. Anpassungsstörungen können laut ihr in schlimmen Fällen bis zu zwei Jahre anhalten und mit einer Änderung der Persönlichkeit einhergehen. Um dem entgegenzuwirken helfe es auch, seinen Tag fest zu strukturieren und sich strikt daran zu halten.

Lösungen finden – privat und beruflich

Ein weiterer, wichtiger Schritt ist es, sich dem Druck bewusst zu werden. Dabei ist es ebenso wichtig zu erkennen, dass niemand den Problemen hilflos ausgeliefert ist. Ein offenes Gespräch kann hier bereits helfen und gegenseitiges Verständnis schaffen.

Wichtig ist: Niemand sollte angeschuldigt werden. Arbeiten Sie mit- und nicht gegeneinander. Tauschen Sie sich aus und entwickeln Sie gemeinsam Lösungen. Schaffen sie sich Ruhephasen und Möglichkeiten zur Ablenkung. Und entwickeln Sie eine Routine, um Ihre Arbeitszeit klar vom privaten Bereich zu trennen. Ein täglicher Spaziergang ist hierfür ein gutes Mittel, um das Ende der Arbeit zu markieren.

Einrichtung als wichtiger Faktor

Ein weiterer Lösungsansatz ist die Gestaltung des Arbeitsplatzes. Mit einem klar differenzierten Bereich zum Arbeiten im Home-Office lässt sich auch eine innere Trennung von der Arbeit bewirken. Die Ausstattung leistet dabei einen wichtigen Beitrag für weniger Stress und mehr Wohlbefinden. Eine ergonomische Arbeitsumgebung verhilft Ihnen zu mehr Ausgeglichenheit und unterstützt Sie darin, den Lockdown-Alltag zu meistern.

  • BOS Büro- und Objekteinrichtungen GmbH
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