Innovationen
Innovationen
Eine gute Raumakustik ist entscheidend für Produktivität und Wohlbefinden im Büro. Zu den Schlüsselfaktoren gehören dabei der Geräuschpegel, die Sprachverständlichkeit und der Direktschall. Für eine gute Akustik am Arbeitsplatz sollte zudem die subjektive Wahrnehmung der Mitarbeitenden berücksichtigt werden. Mittel zur Optimierung der Raumakustik umfassen etwa eine durchdachte Raumgestaltung, organisatorische Maßnahmen und verhaltensbasierte Ansätze. Auch das Sound Masking kann unterstützend wirken. Ein ganzheitlicher Ansatz, der all diese Aspekte integriert, ist unerlässlich für funktionierende Arbeitswelten.
Zu einer guten Raumakustik tragen verschiedene Faktoren bei: der Geräuschpegel, die Sprachverständlichkeit sowie der Direktschall. Der Geräuschpegel, auch Lärm- oder Schalldruckpegel genannt, beschreibt die Stärke eines Geräusches und wird in Dezibel gemessen. Die sogenannte sogenannte Sprachverständlichkeit gibt an, wie deutlich und klar das gesprochene Wort in einer akustischen Umgebung wahrgenommen wird. Der Direktschall beschreibt den Schall in einem geschlossenen Raum, der ohne jegliche Schallreflexionen als erstes am Hör- oder Messort eintrifft.
Im Gegensatz zum Raumschall, welcher zunächst Ablenkungen erfährt, ermöglicht uns der Direktschall die Quelle eines Geräusches unmittelbar zu identifizieren. Entscheidend für die Akustik eines Raumes ist die Laufzeitdifferenz zwischen dem Direktschall und der ersten Schallreflexion. Abhängig von dieser Differenz kann beispielsweise ein Echo-Effekt entstehen. Direktschall und seine Reflexionen überlagern sich dabei oftmals zeitversetzt, wodurch die Halligkeit im Raum erhöht wird.
Nicht zuletzt spielt der Mensch selbst eine wesentliche Rolle. Hören und das Wahrnehmen der Akustik sind subjektiv. Die Meinungen, Wünsche und Empfindungen der Belegschaft tragen somit ebenfalls zu einer verbesserten Akustik bei. Für die Optimierung der Raumakustik und entsprechende Akustiklösungen im Büro müssen diese Faktoren ganzheitlich bedacht werden, um die Akustik im Raum zu verbessern.
Die alleinige Konzentration auf die Nachhallzeit bei der Optimierung der Raumakustik führt dazu, dass die Sprachverständlichkeit im Büro erhöht wird. Dies bringt wiederum Probleme, wie Ablenkungen und Co. mit sich, welche im gelebten Arbeitsalltag durchaus problematischer sein können als die Nachhallzeit per se. In Arbeitswelten, in denen viele Menschen gleichzeitig sprechen und kommunizieren, lässt sich zudem oftmals der sogenannte Lombard-Effekt beobachten. Nehmen Mitarbeitende laute Geräusche durch etwa telefonierende Kolleg:innen wahr, so erhöhen sie ebenfalls die Lautstärke und Tonhöhe ihrer Stimme, um diese zu übertreffen. Dies summiert sich schnell auf und der Lärmpegel steigt. Ohne akustische Raumlösungen und verhaltensbasierte Maßnahmen, um die Raumakustik zu verbessern, wird es im Büro unangenehm. Die Belegschaft ermüdet, ist motivationslos und kann nicht mehr produktiv arbeiten.
Akustik betrifft allerdings nicht nur die Übertragung von Schall innerhalb eines Raumes, sondern findet auch zwischen Räumen statt. Eine gute Bauakustik ist daher ebenfalls ein elementarer Beitrag, um die Akustik im Raum zu verbessern. Dabei muss mit Lärm von draußen, aber auch etwa mit Raum-in-Raum-Systemen auf offenen Flächen oder Nebenräumen umgegangen werden.
Um die Leistungsfähigkeit sowie das Wohlbefinden der Belegschaft zu erhalten und steigern zu können, gilt es die Raumakustik zu verbessern. Die Optimierung der Raumakustik ist für funktionierende Arbeitswelten ein unerlässlicher Faktor und muss ganzheitlich angegangen werden.
Die Arbeitsstättenverordnung sieht vor, dass der Schalldruckpegel im Büro grundsätzlich so gering wie möglich gehalten wird. Orientierung, um die Akustik im Raum zu verbessern, erhalten Sie in der Arbeitsstättenverordnung und dem Arbeitsschutzgesetz.
Grundsätzlich ist es wichtig, bei der Optimierung der Raumakustik nach der Funktion der Räumlichkeiten und den damit einhergehenden Ansprüchen an die Raumakustik zu trennen. Verschiedene Nutzungsszenarien gehen mit verschiedenen raumakustischen Bedarfen einher. Nutzende eines Schwimmbads, einer Philharmonie, einer Kantine oder eines Gruppenbüros haben allesamt verschiedene Ansprüche an die jeweilige Akustik des Raumes. Wichtig ist letztlich, was sich im Raum abspielt und welche Funktion er hat. Meeresrauschen kann mitunter eine Lautstärke von bis zu 90 Dezibel annehmen, was im Vergleich einer Bohrmaschine oder einem vorbeifahrenden Lastwagen entspricht, wird von den meisten Menschen aber dennoch als angenehm empfunden. Bei dem natürlichen Geräusch des Wassers lässt es sich ungestört lesen und entspannen, während man bei Bauarbeiten oder Straßenlärm neben dem Büro kaum konzentriert arbeiten könnte. Die pure Lautstärke ist also nicht unbedingt ausschlaggebend, der Kontext ist für die Thematik Raumakustik optimieren entscheidend.
Arbeitsplätze an denen konzentrierte Einzelarbeit betrieben werden soll, dürfen daher beispielsweise wenig akustisches Ablenkungspotenzial durch Sprachverständlichkeit vorweisen. Diese ist in Kommunikationszonen wie Besprechungsräumen dagegen essentiell. In Meetings mit der Belegschaft vor Ort wird wiederum eine andere Nachhallzeit gefordert als in Online-Meetings. Besprechungen mit Mitarbeitenden aus dem Homeoffice und Kolleg:innen vor Ort werden in Zeiten von hybriden Arbeiten jedoch häufig auch im Meetingraum abgehalten, hier gilt es, Kompromisse und Lösungen zu finden.
Es gibt zahlreiche Maßnahmen, mit welchen sich die Raumakustik verbessern und gleichzeitig die Atmosphäre der Räume positiv beeinflussen lässt.
Um eine geringere Sprachverständlichkeit zu erreichen, sollte der Raum bedämpft und somit auch die Nachhallzeit verkürzt werden. Durch Energie und Reibung wird Schall leiser. Der Luftwiderstand reduziert den Schall. Bewegt sich der Schall im Raum, so kann er durch Schall senkende Einheiten wie etwa Trockenbauwände absorbiert werden. Die Schalllenkung ist bereits eine effiziente Maßnahme, um die Raumakustik zu optimieren. Mit einer durchdachten Raumplanung können auch offene Raumkonzepte ruhiges und fokussiertes Arbeiten ermöglichen. Schirmende und zugleich raumbildende Maßnahmen, wie Stellelemente oder Schallschirme senken die freie Schallausbreitung und die Sprachverständlichkeit. Indem der eintreffende Schall nicht direkt zu den Mitarbeitenden durchdringt, sondern zunächst durch gezogene Wände oder Raumakustik Elemente aus beispielsweise Filz umgelenkt wird, hat der Schall einen längeren Weg und wird dadurch abgeschwächt. Sogenannte Totemsäulen aus akustischer Masse dienen ebenfalls der Schalllenkung und sind eine effiziente Maßnahme, um die Akustik im Raum zu verbessern.
Schreibtischreihen entlang der Fassade und eine Meetingzone in der Mitte des Büros sind zu wenig variabel, um den Schall gekonnt lenken und dämmen zu können. Das Aufstellen von Bürotrennwandsystemen oder das Einziehen von Trockenbauwänden wirken im Hinblick auf das Raumakustik optimieren dagegen ganz anders.
Bei allen Maßnahmen kommt es immer auf die Gegebenheiten und die Verhältnismäßigkeit an. Akustiksäulen mögen in einem Konzertsaal unwirksam und somit überflüssig sein, können in Mehrpersonenbüros jedoch einiges bewirken, um die Akustik im Raum zu verbessern. Für alle Akustiklösungen im Büro gilt es, individuell vorzugehen, um auf
bestehende Räumlichkeiten sowie die jeweiligen Bedürfnisse von Belegschaft und Unternehmen optimal eingehen zu können.
Bauliche Maßnahmen bedeuten oftmals aber auch Kompromisse. Sofern es sich nicht um Neubauten handelt, lässt sich in einigen Arbeitswelten baulich nur beschränkt etwas ändern, um die Akustik im Büro zu verbessern.
Eine Verringerung der Lärmbelästigung kann aber auch durch eine gute Organisation und geschickte Raumplanung erreicht werden. Die Aufstellung von Arbeitsplätzen und Raumorganisation sind unerlässlich, damit sich die Raumakustik verbessern lässt. Insbesondere in Gruppenbüros können Bereiche entsprechend ihrer Funktionen eingeteilt werden. So wird verhindert, dass regelmäßig telefonierende Kolleg:innen direkt neben solchen platziert werden, welche komplexe Aufgaben bearbeiten. Weiterhin lassen sich Bereiche für konzentriertes Arbeiten ebenso wie Orte der Begegnung und des Austauschs einrichten. Kommunikationszonen und Ruhe- beziehungsweise Konzentrationszonen sollten dabei nicht unmittelbar aneinandergrenzen. Durch die räumliche Trennung von Arbeits- und Aufenthaltsbereichen innerhalb des Unternehmens lässt sich die Geräuschbelastung senken und die Akustik im Raum verbessern.
Befindet sich die Kantine oder Büroküche beispielsweise neben einem Fokusarbeitplatz und kann nicht umorganisiert werden, müssen entsprechende Maßnahmen getroffen werden, um die Raumakustik dennoch zu verbessern. Dies kann etwa das Einsetzen einer Glasscheibe mit Hohlraum sein, mit Hilfe derer der Lärmpegel und die Sprachverständlichkeit gesenkt werden. In einigen Unternehmen erlauben es die räumlichen Gegebenheiten jedoch nicht, dass man bestimmte Bereiche verlegt. Hier muss mit entsprechenden Materialien und Produkten gearbeitet werden, um die Raumakustik zu optimieren. Erfahrungsgemäß wird sich auf Unternehmensseite dabei oft stark auf die Nachhallzeit konzentriert. Diese wird versucht, mit Deckensegeln, Deckenlamellen oder eingezogenen Abhangdecken zu verkürzen. Produkte und Maßnahmen wie diese sind per se akustisch wirksam, müssen aber auch einer positiven Nutzen-Analyse entsprechen, um die Akustik im Büro nachhaltig zu verbessern. Werden solche Maßnahmen einfach so getroffen, kann es durchaus passieren, dass die Nachhallzeit so stark verringert wird, dass auch der Grundpegel im Raum stark gesenkt wird. Dies hat wiederum einen negativen Einfluss auf die Sprachverständlichkeit. Das gesprochene Wort wirkt plötzlich viel lauter und ruft oftmals Unwohlsein hervor.
Im Gegensatz zu Teppichen, welche nur den Trittschall lösen und dem Raum Behaglichkeit spenden, sind Akustikvorhänge auch effektiv für die Reduktion von Nachhall.
Um die Raumakustik zu optimieren, sollten Bürotische entgegen der in vielen Büros gelebten Praxis in Zweier- oder Viererbüros vor Wänden platziert und nicht wie im klassischen Doppelbüro in Blockstellung gebracht werden. So wird der Schall zunächst von der Wand absorbiert, geht zurück auf die gegenüberliegende Wand und erst dann hört die oder der Kolleg:in etwas. In Blockstellung würde der Schall direkt zu der gegenübersitzenden Person wandern. Der Schall wird auf einem längeren Weg bereits vorher absorbiert. Vielerorts werden hierfür auch Screens verbaut, welche je nach Ausführung in der Regel etwas über den Computerbildschirm ragen, diese sind jedoch deutlich weniger effizient als Akustikwände mit mehr als eineinhalb Metern Höhe, wenn es darum geht, die Akustik im Raum zu verbessern. Solche wirken etwa in Doppelbüros mitunter recht wuchtig, erfüllen aber ihren Zweck. Es entsteht Privatsphäre, Lärm und Sprachverständlichkeit werden geringer. Auch die Abschottung zum Gang hin sowie zwischen den Arbeitsplätzen ist von Relevanz.
Neben den oben genannten Maßnahmen sind es doch oftmals auch bereits kleine Dinge, die zu einer besseren Akustik führen. Insbesondere die gegenseitige Rücksichtnahme und Kommunikationsregeln können zu einer geringeren Geräuschkulisse am Arbeitsplatz beitragen und die Raumakustik optimieren. Besprechungen sollten beispielsweise nicht am Fokusarbeitsplatz, sondern in der Meetingzone stattfinden. Telefonate können in moderater Lautstärke abgehalten werden. Aus Rücksicht auf Kolleg:innen lässt es sich für Gespräche auch in bestimmte Bereiche zurückziehen. Damit die Arbeitswelt wirklich funktioniert, ist das gelebte Miteinander von großer Bedeutung.
Letztlich greifen jedoch alle Maßnahmen, um die Akustik im Raum zu verbessern, ineinander und stützen sich gegenseitig, insbesondere dann, wenn bestimmte Maßnahmen nicht umsetzbar sind. In ein Büro mit Loftcharakter und entsprechend hohen Decken lassen sich nicht einfach Glaswände einziehen, um die Raumakustik zu verbessern. Stattdessen müssen organisatorische sowie verhaltensbasierte Maßnahmen getroffen werden.
Das klassische Noise Cancelling wird aktuell mit Hilfe von Kopfhörern durchgeführt. Die Kopfhörer sind mit Mikrofonen ausgestattet, welche Umgebungsgeräusche aufnehmen und auf Basis dessen entgegengesetzte Schallwellen abgeben, um die Umweltgeräusche auszugleichen. Ein raumakustisches Noise Cancelling gibt es derzeit noch nicht.
Sound Masking kann hier eine Alternative bieten. Bei der Schall Maskierung wird ein weiteres Geräusch abgestrahlt, um den störenden Sprachschall zu verdecken und so die Sprachverständlichkeit zu verringern. Das eingespielte Geräusch sollte dabei sehr ausgewogen sein und nicht als Gegenfrequenz dienen. Der Grundgeräuschpegel sollte mit Sound Masking gerade so erreicht werden (25 bis 30 Dezibel), ein bewusstes Hören darf nicht stattfinden. Dies kann ansonsten langfristig belastend wirken und trägt nicht zur Optimierung der Raumakustik für die Mitarbeitenden bei. Insbesondere, wenn bauliche Maßnahmen nicht umgesetzt werden können, die Sprachverständlichkeit jedoch für Ablenkung und Konzentrationsschwierigkeiten sorgt, bietet sich Sound Masking unterstützend an, um die Akustik im Büro zu verbessern.
Die gute Nachricht: Raumakustik ist physikalisch lösbar und es gibt viele Möglichkeiten und individuelle Akustiklösungen im Büro, um Ihre Raumakustik zu optimieren. Aber dafür werden Expert:innen benötigt.
Raumakustik ist Fachplanung, eine Ingenieursleistung, die individuell und ganzheitlich betrachtet werden soll. Maßnahmen sollten nicht blind eingeführt werden, sondern müssen immer auf die jeweiligen Gegebenheiten abgestimmt und in Koordination mit weiteren Akustiklösungen im Büro eingeführt werden. Trial and Error bietet sich bei der Thematik Raumakustik nicht an und ist nicht nachhaltig sinnvoll. Erfahrungsgemäß wird vielerorts zu viel versucht und überflüssige Maßnahmen erweisen sich als nicht rentabel oder man geht peu à peu vor und nimmt keine Verbesserung wahr.
Einzelmaßnahmen können bei einer schlechten akustischen Konditionierung des Raums nicht effizient wirken. Schallharte Oberflächen, die gegebene Raumgeometrie oder auch Schallbrücken zwischen einzelnen Räumen spielen hier eine große Rolle. Insbesondere bei Neu- oder Umbauten gilt es, die Raumakustik bereits im Vorfeld zu planen und die Räumlichkeiten entsprechend zu gestalten.
Für einen ganzheitlichen Ansatz ist die anfängliche Analyse daher unverzichtbar. Die Nutzung der Räumlichkeiten, Arbeitsabläufe und Herausforderungen der Gegebenheiten lassen sich so vorab identifizieren. Dabei erweist es sich erfahrungsgemäß als sinnvoll, die betroffenen Mitarbeitenden in die Analyse und Planung frühzeitig einzubeziehen. Nur so können unsere Expertinnen und Experten die Arbeitsabläufe kennenlernen und aus erster Hand erfahren, welche Faktoren und Geräuschquellen als störend empfunden werden. Auf Basis der Analyse erfolgt eine passgenaue Planung für Ihre individuellen Akustiklösungen im Büro. Gerne unterstützen wir Sie auf Ihrem persönlichen Weg zu funktionierenden Räumen.
Trends
Insbesondere im Büro kann es mitunter zu einem hohen Geräuschpegel kommen. Maßnahmen für mehr Ruhe…
Kreatives
Musik am Arbeitsplatz kann die Produktivität steigern, die Konzentrationsfähigkeit aber auch…
Innovationen
Lärm macht krank – physisch und psychisch. Darüber hinaus stört er unsere Konzentration. Die Akustik…